
bei diesem Projekt?
Aus meinen vorherigen Projekten weiß ich, dass die Abgeschiedenheit und die Enge schwierig sein können. Der Unterschied im LEGOLAND® ATLANTIS wird jedoch sein, dass ich nicht wie bisher völlig isoliert sein werde. Über das Internet kann ich praktisch rund um die Uhr mit der Außenwelt kommunizieren. Außerdem hat das Unterwasserhaus große Fenster und ich freue mich schon darauf, die Besucher sehen zu können, die sich für mein Aquariumsabenteuer interessieren.
Natürlich muss alles funktionieren, wenn ich mein Projekt starte. Deshalb werde ich vor Projektstart alles, was ich in den 2 Wochen brauchen werde, ins Haus bringen, anschließen und vorbereiten. Außerdem werde ich eine Woche vor dem Start im LEGOLAND ATLANTIS noch den Marathon in Rom laufen, um mich körperlich noch einmal richtig zu verausgaben. Die Langstrecken-Läufe sind auch sehr gut für die mentale Vorbereitung. Mir kommen dabei immer gute Ideen, z.B. für Probleme, die mich evtl. unter Wasser erwarten. Dann fahre ich viel Fahrrad, um speziell für den Guinness World Records™ Versuch – 2500 Wattstunden in 14 Tagen unter Wasser erzeugen - fit zu werden und gehe ab und zu tauchen.
Um möglichst viele Ergebnisse für unsere Untersuchungen zu bekommen, ist der Informationsaustausch zwischen dem NASA Bioingenieur Dennis Chamberland und mir fester Bestandteil meines Tagesablaufs. Ich habe außerdem die Möglichkeit, mit den Besuchern und anderen Interessierten per Internet zu kommunizieren und muss hierfür die Stromversorgung für meinen Laptop sichern, indem ich Energie mit meinem kleinen Rad erstrample. Vor allen Dingen möchte ich ja auch einen neuen Guinness World Records aufstellen und mindestens 2.500 Watt Stunden Strom selbst erzeugen. Da bin ich jeden Tag 3-4 Stunden mit Fahrradfahren beschäftigt. So schnell wird mir also vorerst nicht langweilig!
Voraussichtlich bekomme ich nur alle 3 Tage etwas Richtiges zu essen. Die restliche Zeit muss ich mich mit Expeditionsnahrung begnügen, so eine Art Trockenfutter. Ich freue mich schon auf den Besuch meiner Schwieger-Oma, die mir ihren weltbesten Kartoffelsalat mitbringt – das wird ein echter Genuss!
Auf die Momente, wenn ich nach Parkschluss ganz allein mit den Fischen bin. Das kommt dem Gefühl am Boden des Meeres zu leben schon sehr nahe!
Mein Interesse am Leben unter Wasser wurde durch mein Tauch-Training und mein Studium der Meereswissenschaften geweckt – damit verbindet es meine beiden großen Leidenschaften. Auch neue Technologien und deren Anwendungen haben mich schon immer begeistert. Unter Wasser zu schlafen ist außerdem etwas ganz besonderes. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben, es ist sehr friedlich und beruhigend. Man hört alle möglichen neuen Geräusche. Für mich ist das Leben unter Wasser wie ein Kindheitstraum, der in Erfüllung geht.
Um am Ende der 14 Tage mindestens 2.500 Watt Stunden Strom zusammen zu haben, muss ich jeden Tag rund 3-4 Stunden mit meinen Fahrrad-Pedalen fahren. Zur Abwechslung kann ich dafür auch die Hände benutzen. Der Strom, den ich damit erzeuge, wird gemessen und anschließend für meinen Laptop benutzt. Ob ich es tatsächlich schaffe, den Laptop nur mit selbsterzeugter Energie laufen zu lassen, hängt auch davon ab, wie viele Mails und Anfragen ich von außen bekomme. In jedem Fall kann ich auch auf normalen Strom zurückgreifen.
In diesem Fall ist die Stromerzeugung unter Wasser nicht gefährlich. Bei meinem Guinness World Records™ Versuch wird nur eine Kleinspannung (12 Volt) erzeugt. Diese Spannung ist beim Berühren harmlos und nicht lebensgefährlich. Sie ist sogar so gering, dass man keinen sogenannten "elektrischen Schlag" bekommt, wenn man direkt mit der Spannung in Berührung kommt. Da ich in meinem Habitat nur 12 Volt DC aus einer Batterie verwende, geht für mich und die Fische keine Gefahr aus.
Ich arbeite eng zusammen mit meinem Freund Dennis Chamberland. Er ist Bioingenieur bei der NASA und arbeitet dort an lebenserhaltenden Systemen. Wir haben schon bei früheren Projekten zusammengearbeitet und die Systeme des Hauses im LEGOLAND ATLANTIS gemeinsam geplant. Falls etwas nicht wie geplant laufen sollte, gibt es sogar ein Notfallsystem, das mich auch im Schlaf wecken würde. Für die Luftversorgung im Haus konnten wir kein System wie z.B. in der Raumfahrt benutzen, bei dem das überschüssige Kohlendioxid mit Chemikalien aus der Luft gefiltert wird. Das würde die Gesundheit der Fische gefährden. Darum haben wir ein anderes System entwickelt: Über ein Rohr wird durch Kompressoren frische Luft ins Haus gepumpt. Ein Ventil sorgt dafür, dass der Luftdruck im Inneren des Hauses etwas über dem des ihn umgebenden Wassers liegt, also etwa 1,4 bar entspricht. Somit ist auch sichergestellt, dass kein Wasser aus dem Aquarium durch die Bodenluke ins Haus dringt. Die verbrauchte CO2-reiche Luft wird über ein spezielles Rohr-System nach außen gepresst.
Das Wasser im Aquarium ist 25 Grad warm. So warm ist es auch im Inneren des Hauses. Eine ideale Temperatur also für einen Australier wie mich – ich fühle mich wie zu Hause.
Die Fische werden an die Veränderungen, die um sie herum passieren, Schritt für Schritt herangeführt, so dass sie genug Zeit haben, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Ich denke, wir werden uns gut verstehen!
schlecht gehen sollte?
Die Bedingungen im Unterwasser-Haus sind nicht gerade für Menschen geeignet, die unter Klaustrophobie leiden. Für den Notfall habe ich eine Tauchermaske und eine kleine Sauerstoffflasche griffbereit. Es stehen rund um die Uhr zudem zwei Taucher bereit, die für Tauchnotfälle ausgebildet wurden und die mich aus dem Haus holen können.

