Von der Idee zum fertigen Unterwasserhaus


In der Unterwasserwelt von LEGOLAND® ATLANTIS by SEA LIFE leben über 1.300 tropische Fische gemeinsam mit Modellen aus über einer Million LEGO® Steinen - das an sich ist schon außergewöhnlich. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich die faszinierende Unterwasserwelt seit Mai 2009 zu einem der größten Besuchermagneten im LEGOLAND® entwickelt hat. Nun bekommen Haie, Rochen und Clownfische im ATLANIS einen neuen Mitbewohner: Der australische Meeresbiologe Lloyd Godson wird 14 Tage in einem Unterwasserhaus auf dem Grund des Ocean Tank, dem größten Becken im ATLANTIS Aquarium, leben.


  • Die Idee

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    Die Idee kam Lloyd, als er von der neuen Parkattraktion hörte. Schon 2008 verbrachte er im Rahmen seines BioSUB Projekts zwölf Tage in einem australischen See unter Wasser.

    Doch warum will Lloyd noch einmal unter Wasser? Zum einen, weil er seinen eigenen Rekord übertreffen und diesmal vierzehn Tage unter Wasser leben will.

    Zum anderen ist Lloyd Meeresbiologe und stets auf der Suche nach neuen Erkenntnissen zum Leben unter Wasser. So will er zum Beispiel herausfinden, ob und wie sich seine Biodaten während des Unterwasseraufenthalts verändern.

    Im ATLANTIS sind die Bedingungen dafür optimal, denn er kann sein Experiment in einer nahezu realen aber dennoch kontrollierten Umgebung durchführen. Außerdem kann Lloyd den Besuchern seinen Traum vom Leben unter Wasser näher bringen, denn nicht nur über das Internet können ihn Menschen auf der ganzen Welt 14 Tage lang begleiten. Durch die großen Glasscheiben seines Unterwasserhauses haben die LEGOLAND® Gäste einen direkten Einblick in Lloyds Haus und können sogar mit ihm sprechen.  .




  • Das Haus nimmt Formen an

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    Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung des Projekts war die Planung von Lloyds Unterwasserhaus selbst. Eine anspruchsvolle Aufgabe, mit der das Ingenieurbüro Lutat beauftragt wurde. Nach einer viermonatigen Planungsphase hatte das Unterwasserhaus auf dem Papier Formen angenommen.

    Das Ergebnis: das LEGOLAND® Unterwasserhaus ist nach dem Prinzip einer Taucherglocke konstruiert. Eine Taucherglocke ist ein Behälter, der mit Luft gefüllt ist und dennoch unter Wasser bleibt. Da der Luftdruck im Haus höher ist als der Wasserdruck, dringt kein Wasser ein, auch wenn die Taucherglocke unten offen ist.

    Das LEGOLAND® Unterwasserhaus hat zwar einen Boden, über eine 70 x 70 cm große Luke können Lloyd und Taucher aber jederzeit ein- und aussteigen - ohne eine Schleuse passieren zu müssen.


    Nach drei Monate Bauzeit im tschechischen Brno war das Unterwasserhaus schließlich fertig und wurde ins LEGOLAND® Deutschland nach Günzburg gebracht.


    Da die Sicherheit der ATLANTIS Bewohner stets an erster Stelle steht, konnte das Haus nicht erst unter Wasser zusammengebaut werden. Die Folge: Das ganze Haus musste durch die ca. 3 x 3 Meter große Luke im Dach des Aquariums passen. Damit es sicher ins Becken kommt, hat Lloyds neues Zuhause folgende Außenmaße: 2,70 m lang, 1,80 m breit und 2,10 m hoch. Innen ist es mit einer Grundfläche von 2,50 x 1,60 Metern für Lloyd auf vier Quadratmetern also recht eng.




    Eine weitere Herausforderung bei der Installation waren die Betonklötze, die das Haus am Boden des Aquariums halten. Um den 8 Tonnen Auftrieb des Unterwasserhauses entgegenzuwirken und trotzdem handliche Einheiten zu bauen, sorgt ein Eisenkern im Inneren der acht Betonquader für ausreichend Gegengewicht auf kleinem Raum. Jeder Quader wiegt etwa 2 Tonnen.




  • Planung des Unterwasser-Experiments

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    Wenn Lloyd Godson in sein Unterwasserhabitat im ATLANTIS zieht, lebt er in einer fremden und lebensfeindlichen Welt. Ohne Technik gäbe es in so einem kleinen Raum nur für wenige Stunden Luft. Nichts ist mehr selbstverständlich, alles muss genau geplant werden:

    • Wie groß darf das Unterwasserhaus sein und welche Materialien können verwendet werden?
    • Woher kommt die Luft zum Atmen und wie filtert man das Kohlendioxid aus ihr heraus?
    • Wie geht Lloyd auf die Toilette, wie duscht er und was passiert mit dem dabei anfallenden Abwasser?
    • Was gibt es unter Wasser zu essen?
    • Und wie wird die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch?

    Da das Unterwasserhaus in einem Aquarium steht, werden besonders hohe Ansprüche an die Materialien gestellt. Alle Bestandteile wie das Stahlgerüst des Hauses, die Acrylglasscheiben, die Dichtungsmaterialien und das gesamte Equipment im Inneren müssen salzwasserfest sein. Das heißt, sie dürfen nicht korrodieren und sie dürfen keine Substanzen abgeben. Wäre das der Fall, könnten die Fische in der begrenzten Wassermenge des Aquariums darunter leiden. Aus diesem Grund haben die SEA LIFE Biologen jedes einzelne Teil vom Schlafsack bis zur Toilette genau unter die Lupe genommen und überprüft. Das Gerüst des Hauses und das Ständerwerk wurden beispielsweise aus hochwertigem rostfreiem V4A Stahl gefertigt, die Seitenwände sind mit schadstofffreien PVC Platten verkleidet.

    Mit einer Grundfläche im Hausinneren von nur vier Quadratmetern (2,50 x 1,60 m) wird es ziemlich eng im Unterwasserhaus. Essen, schlafen, duschen, Fahrradfahren - da ist Platzsparen angesagt. Bevor ein Einrichtungs- oder Gebrauchsgegenstand ins Haus darf, musste Lloyd sich zunächst genau überlegen, ob er ihn wirklich benötig und ob er ihn überhaupt unterbringen kann. Daher war für Lloyd bei den Planungen der Inneneinrichtung und des Equipments Kreativität gefragt.

    Berater aus der Ferne ist Lloyds Freund Dennis Chamberland aus Florida / USA. Er hat Lloyd schon bei seinem BioSUB-Projekt unterstützt und ist Bioingenieur bei der NASA, wo er an lebenserhaltenden Systemen für spätere Mond- und Marsreisen arbeitet. Auch Dennis Chamberland ist vom Lebensraum unter Wasser fasziniert und plant in naher Zukunft eine große Unterwasserexpedition durchzuführen.

    Lloyd und Dennis haben bewiesen, dass sich auch auf kleinstem Raum jede Menge unterbringen lässt. So kann zum Beispiel das Bett tagsüber an die Wand geklappt werden, so dass Lloyd ausreichend Platz für eine Sitzgelegenheit hat. Auf viele Annehmlichkeiten des Alltags muss Lloyd allerdings verzichten. Er lässt es sich aber nicht nehmen, ein auf das Wesentliche reduziertes Rad mitzunehmen. Denn um möglichst autark unter Wasser zu leben und auch um etwas Bewegung zu bekommen, will er sich einen Teil der Energie für seinen PC selbst erstrampeln und dabei nebenbei einen Guinness World RecordsT Versuch unternehmen. Sein Ziel: Die größte Menge an Strom durch Fahrradfahren unter Wasser erzeugen.




  • Herausforderungen über Herausforderungen

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    Die technischen Systeme des Hauses haben Dennis und Lloyd gemeinsam geplant. Dabei wurden die beiden immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Nach längerem Tüfteln haben sie aber für jedes Problem eine Lösung gefunden.


    Luftversorgung unter Wasser

    Einer der wichtigsten Aspekte bei der Hausplanung ist die Luftversorgung. Wie kommt die Luft in das Haus und das Kohlendioxid wieder raus? Lloyd Godson kann im LEGOLAND® Aquarium kein System wie z.B. aus der Raumfahrt benutzen, bei dem das überschüssige Kohlendioxid mit Chemikalien aus der Luft gefiltert wird. Dieses würde die Gesundheit der Fische gefährden. Darum haben Lloyd Godson und der NASA Bioingenieur Denis Chamberland ein anderes System entwickelt: Über ein Rohr wird durch Kompressoren frische Luft ins Haus gepumpt. Ein Ventil sorgt dafür, dass der Luftdruck im Inneren des Hauses etwas über dem des ihn umgebenden Wassers liegt, also etwa 1,4 bar entspricht. Somit ist auch sichergestellt, dass kein Wasser aus dem Aquarium durch die Bodenluke ins Haus dringt. Die verbrauchte CO2-reiche Luft wird über ein spezielles Rohr-System nach außen gepresst.

    Alle kritischen Faktoren wie den Sauerstoff- und den CO2-Gehalt überwacht Lloyd mit Sensoren, die ihn im Notfall auch im Schlaf wecken würden.


    Ein trockenes Haus

    Damit sein neues Unterwasserhaus innen nicht wieder so nass wird, wie bei seinem letzten Versuch in einem australischen See, haben sich Dennis und Lloyd etwas Neues überlegt.

    Handelsübliche Luftentfeuchter sind im Aquarium nicht einsetzbar. Die hygroskopischen (feuchtigkeitsaufnehmenden) Substanzen sind für die Fische äußerst ungesund. Was sich in einem See oder im Meer unter die Toleranzgrenze verdünnen würde, wirkt in einem Aquarium selbst mit einer halben Million Liter Wasser toxisch. Aquarien sind viel stärker als die Ökosysteme, die sie kopieren, in fragilem Gleichgewicht. Das Problem der hohen Luftfeuchtigkeit wurde für den Weltrekordversuch im LEGOLAND® ATLANTIS by SEA LIFE elegant gelöst: Kompressoren übernehmen die Luftversorgung. Diese komprimieren die Luft sehr stark, so dass kaum Wasser durch die Luft transportiert wird. Die Luft im Unterwasserhaus ist so trocken, dass keine Entfeuchter notwendig sind.


    Energieversorgung

    Woher kommt der Strom? Diese Frage stellte das Entwicklungsteam vor eine weitere Herausforderung. Das Problem: Generatoren kann man in einem so kleinen Raum nicht rund um die Uhr laufen lassen. Lloyd hat mit permanent im Hintergrund laufenden Geräten schlechte Erfahrungen gemacht. "Von dem ständigen Lärm wird man ganz verrückt. Ich habe jetzt viele neue Geräte, die extrem energiesparend sind", schildert Lloyd seine Auswahl. "Alles läuft jetzt mit einer 12-Volt-Stromversorgung. Den Strom für die Beleuchtung gewinne ich über Solarzellen auf dem Dach des Aquariums. Zusätzlich habe ich noch mein Mini-Fahrrad, mit dem ich meinen Laptop wieder aufladen kann. Das ist mir besonders wichtig, weil ich damit während der ganzen Zeit unter Wasser mit meinen Besuchern, Freunden und der Familie in Verbindung stehe." Da heißt es also: ab aufs Rad und kräftig in die Pedale treten. Außer der Stromversorgung hat Lloyd aber noch einen weiteren Anreiz, sich jeden Tag abzustrampeln: Wenn er es in den 336 Unterwasserstunden schafft, 2.500 Wattstunden Strom zu erzeugen, dann ist ihm der Guinness World Records™ für die meiste Menge Strom, die je durch Fahrradfahren unter Wasser erzeugt wurde, sicher - und das lässt Lloyd sich bestimmt nicht entgehen.


    Nur kein Risiko eingehen

    Trotz guter Planung bleibt noch immer ein Restrisiko. Auch wenn die Sauerstoff-Versorgung funktioniert, können andere Probleme auftreten, die vorher nicht kalkulierbar sind.

    Damit Lloyds Sicherheit jederzeit garantiert ist, verfügt das Unterwasserhaus über ein umfangreiches Sicherheitssystem, das die unterschiedlichsten Parameter überwacht. Am Boden des Hauses ist zum Beispiel ein Wassersensor angebracht, der Alarm schlägt sobald der Wasserpegel im Haus steigt. Hinzu kommen ein Raumluftüberwachungsgerät, das den CO2-Gehalt der Luft misst sowie ein Brandmelder. Lloyd selber wird ebenfalls überwacht. So wird zum Beispiel ständig sein Pulsschlag gemessen. Das ist vor allem nachts besonders wichtig.

    Rund um die Uhr steht ein Team von zwei bis drei Tauchern bereit, die von DAN (Divers Alert Network) für Tauchnotfälle ausgebildet wurden und Lloyd im Krisenfall aus seinem Haus holen können. Der hat zwar selbst eine Tauchermaske und eine kleine Sauerstoff-Flasche griffbereit, aber sollte eine lebensbedrohliche Situation entstehen, wäre er ohne Taucher in Reichweite aufgeschmissen.

    Über die Webcam im Haus können die Taucher Lloyd außerdem ständig beobachten und bei eventuellen Problemen nachschauen, was los ist. Sie versorgen Lloyd außerdem etwa alle drei Tage mit frischem Essen.





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